++ Cheikh Anta Diop – Hommage an ein afrikanisches Genie
Seine Werke findet man kaum in der Afrika-Abteilung der europäischen Universitätsbibliotheken. In Afrika selbst ist er unbekannt. Schlimmer noch, Afrika wird immer noch an den europäischen Universitäten nach dem kolonialen, eurozentristischen, HEGELschen, GOBINEAUschen, HUMEschen Muster dargestellt und gelehrt. Der eurozentristische Afrikanismus – vertreten durch westliche AFRIKANISTEN – ist nicht nur Betrug, sondern die Hinrichtung der klassischen Historiographie, die ewige Unterwerfung der afrikanischen Völker. Dieser Zynismus muss zu Grabe getragen werden. Nur auf diese Weise haben die afrikanische Völker eine Chance, sich selbst neu zu entdecken, ihre eigene Zukunft nach ihrem eigenen Paradigma zu gestalten.
[ Das erste Buch Diops - epistemischer Bruch mit dem eurozentristischen Afrikanismus ]
Cheikh Anta Diop war geliebt, weil er durch sein mächtiges Wissensimperium in vielen Wissenschaftsgebieten bahnbrechend der Forschung neue Wege eröffnet, die Grenzen dieser Fachgebiete sprengt, und zeigt somit wie die Summation einzelner Wahrscheinlichkeiten durch hermeneutische Interdiziplinarität zu konkreten " Fakten" gewonnen werden können. Gehaßt, weil er besonders den Eurozentrismus samt seiner perfiden Methoden (dazu gehören die größte Geschichtsfälschung der Menschheitsgeschichte und die Animaliesierung der Afrikaner) entlarvt. Seine Untersuchungen und Veröffentlichungen schlugen wie eine Bombe auf die seit geräumer Zeit von Selbstsicherheit und Überlegensheitsgefühl geprägte europäische und nordamerikanische Historiker- und sogenannte Ägyptologen-Zunft ein. Die Mächtigen-Status-quo-Hüter in Europa und Nordamerika machten mobil, um diesen enfant terrible zu diffamieren und zu isolieren. Er wurde als Rassist, Kommunist und Alles Mögliches diffamiert. Keiner von diesen sogenannten Experten traute sich aber ihm ernsthaft auf einer wissenschaftlichen Ebene entgegen zu treten.
Die Inquisitoren wußten und konnten nur eins: Er wurde isoliert, über seine antiken Quellen, die zum größten Teil von antiken-griechischen Historikern und Philosophen selbst stammen (Herodotus, Diodorus v. Zizilien, Aristoteles, Platon, Lukian, Aischylos, Strabon, Jamblikus/der Biograph von Pythagoras etc...), ein Blackout zu machen, über seine Arbeiten zu schweigen oder wie der verzweifelte, eurozentristische Ägyptologe, Erik Hornung tat (ohne offensichtlich jedoch ein einziges Buch Diops gelesen zu haben), ihn als Esoteriker zu verunglimpfen. Die der Forschung neu eröffneten Wege wurde offiziell ignoriert und kurzerhand totgeschwiegen. Dies ist meiner Ansicht nach purer Rassismus, der mit einer "Verschwörung" gegen die afrikanischen Völker zusammenhängt (europäische Rassentheorien, Versklavung der Afrikaner, physischer und kultureller Genozid, 1445, 1885 etc..).

Auch Prof. Martin Bernal (1987, 1999, 2002), ein namhafter englischer Historiker, der in den USA lehrt, wäre beinah "gesteinigt" und seine Bücher "verbrannt" worden, weil er in seinen Werken (Black Athena, The Afroasiatic Roots of Classical Civilization, The Fabrication of Ancient Greece 1785-1985,Vol. I und II) den Eurozentrismus und die massive Geschichtsfälschung Afrikas aus rassistischen Gründen denunziert.
Dieser Narzissmus und die Torheit der "Europäer" und "Nordamerikaner" konnten das "afrikanische Genie" nicht einschüchtern, im Gegenteil, das Genie setzte unermüdlich und mit voller Intensität den Ausbau seines Forschungs-und Wissensimperiums fort, und beteuerte 1985 in Niamey/Niger vor einer afrikanischen Schülerversammlung: "...Bildet euch! bewaffnet euch mit Wissen bis an die Zähne und erobert euer seit jeher mystifiziertes kulturelles Erbe zurück !..." Ja, unser kulturelles Erbe als Kodex für die Gegenwart? Was ist ein Mensch ohne "Vergangenheit" ? Ist eine "normale" Gegenwart ohne oder mit falscher Vergangenheit möglich? Wie könnte eine solche Gegenwart aussehen? CHAOTISCH, ZIELLOS, RESIGNIERT wie im Falle des heutigen AFRIKA ? Oder GRÖßENWAHNSINNIG und PARANOID wie im Falle EUROPAS (der Westen), das nur durch Diebstahl, Zwangsarbeit, Mord und Genozide seit 1445 seinen Reichtum, mit dem es (das Europa) bis heute uns in der mentalen Sklaverei weiter hält, erwerben konnte ? In diesem Sinne rufe ich genauso alle Afrikaner des Kontinents und der Diaspora auf, sich ihres gestohlenen kulturellen Erbes bewußt zu werden, sich solides Wissen anzueignen und ihre Würde gegen die Geschichtsfälschung wissenschaftlich, politisch und kulturell kompromißlos im Sinne Diops weiterzuverteidigen. Dieser Kampf sollte dazu führen, sich für eine radikale Reform der afrikanischen Schulsysteme und Lehrinhalte einzusetzen, die sich seit der Kolonialzeit kaum geändert haben. Diesbezüglich haben die afrikanischen politischen Eliten – ohne Ausnahme – nicht nur versagt, sondern ihre Unfähigkeit erwiesen.
Was mich besonders an dem Verhalten der Europäer stört, ist , dass wenn man sich mit der klassischen Geschichtsschreibung der Antike, insbesondere der der Alten Griechen, befaßt, stellt man erstaunlicher Weise fest, dass Europa weder die "klassische" Philosophie, eine Weltreligion noch die Naturwissenschaften (Mathematik, Chemie, Astronomie, Physik) begründet hatte, dass Europa bis auf die Griechen, die schon ca. 1400 v. Chr. von den Afrikanern unter der Führung des Pharaos SESOSTRIS kolonisiert wurden, nur ein dunkler Fleck gewesen war. Nach den griechischen Quellen kamen fast all die griechischen Errungenschaften aus Afrika, KEMET (Altägypten), bei den Schwarzen (KAMIT), wo die griechischen Philosophen studiert hatten. Auch Thales, der erste griechische Philosoph hatte zuvor jahrelang in Afrika studiert. Herodot bezichtigt in seinem Buch II sogar die griechischen Philosophen, insbesondere Platon und Pythagoras des Plagiats, sie würden mit den Lehren der Afrikaner als ihre prahlen.(2) zitiert von Jean-Marie Essomba in: Cheikh Anta Diop et son dernier message à l´afrique et au monde, AMA/COE, Yaoundé, 1996, S.88). Anm.: Eigene Übersetzung aus dem Französischen
(3) The Peopling Of Ancient Egypt And The Deciphering Of The Meoroitic Script, Diop, Leclant, Obenga, Vercouter, Karnak Egyptology / African Studies,USA, 1997, The book was originally published by Unesco in 1978
(4) Martin Bernal (Hrg.), Schwarze Athena – Die Afroasiatischen Wurzeln der Griechischen Antike – Wie das klassische Griechenland erfunden wurde, List Verlag, München, 1992
(5) Eba.
Weltweite Hommage an einen Mann, der nicht nur an die biologische und intellektuelle "Gleichheit" der Menschen geglaubt hatte, sondern sie nachgewiesen hatte. Hommage an einen Mann, der sein Leben der Wissenschaft, der Rehabilitierung der wahren Geschichte Afrikas und somit der der Menschheit gewidmet hatte, während seine mehrheitlichen afrikanischen Zeitgenossen (..auch die heutige Generation) die Arbeiten und Botschaft des "letzten Pharaos" weder verstanden haben noch daran interessiert sind, sie zu verstehen und zu implementieren. Der Eurozentrismus und der "irdische" Materialismus haben die "Afrikaner" und ihre "Nachkommen" zu ewigen Subalternen und "lebendigen Toten" auf Erde gemacht ! Die Hoffung stirbt jedoch immer zuletzt - Für ein Neues Afrika ! www.ankhonline.com/cheikh.htm (Französisch)
www.africawithin.com/diop/diop_bio1.htm (Englisch)
www.cesaire.org/CAD/CAD.htm (Die Stimmen Diops-Französisch zum herunterladen)
www.africamaat.com/article.php3?id_article=153 (Französisch)
www.aps.sn/dossierCheikh_Anta.htm (Französisch)
http://home3.inet.tele.dk/mcamara/antadiop.html (Englisch)
www.raceandhistory.com/Historians/cheikh_anta_diop.htm (Englisch)
www.nbufront.org/html/MastersMuseums/JHClarke/
Contemporaries/CheikhAntaDiop.html(Englisch)
Die liste ist selbstverständlich nicht exhaustiv !




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